Die 12 häufigsten Fehler bei einer Mitarbeiterbefragung. ©

Diese Fehlerliste ist keine Theorie, sondern die Erfahrung von vielen Mitarbeiterbefragungen. Einige der Fehler habe ich selbst gemacht. Andere jedoch wurden von Kunden und deren Mitarbeitern (aus Erfahrungen von vorhergehenden internen und/oder externen Befragungen) an mich herangetragen. Selbst wenn nur einer dieser Fehler oder gar mehrere gemacht werden, werden unnötig Kosten verbrannt.

1. Firmeneigene Mitarbeiterbefragung
Bei einer firmeneigenen Mitarbeiterbefragung sind die Mitarbeiter sehr skeptisch, da sie befürchten, dass die Fragestellung ein gewünschtes Ergebnis beeinflussen soll und das das Ganze
nicht anonym abläuft. Eine Befragung von externen Experten hat eine wesentlich höhere Akzeptanz und Glaubwürdigkeit.

2. Auslosen, welche Mitarbeiter an der Befragung teilnehmen dürfen bzw. müssen
Auch hier herrscht sofort ein Misstrauen, ob mit der Auslosung alles rechtens zugeht oder ob nicht doch vielleicht bewusst ausgewählt wurde.

3. Internetbefragungen
Mitarbeiter befürchten mitunter, wenn sie die Fragen online beantworten, dass eventuell im Firmenserver feststellbar ist, wer welche Antworten gegeben hat.

4. Nicht 100%ig anonym
Wenn die Mitarbeiter auch nur im Ansatz vermuten, dass die Befragung nicht 100%ig anonym ist, (siehe o.g. Fehler) ist eine Befragung hinausgeworfenes Geld, da die Antworten dann zum Teil nicht ehrlich sind und das Ergebnis nicht den Tatsachen entspricht.

5. Fragebögen nur in Deutsch
Ausländische Mitarbeiter tun sich manchmal schwer, mit der deutschen Sprache. Sie sprechen zwar oftmals gut Deutsch, aber mit dem Lesen hapert´s. Die Folge ist: Sie verstehen manche Fragen nicht und kreuzen vorsichtshalber alles positiv an. Das Ergebnis wird somit verfälscht.

6. Es ist im Voraus bekannt, dass das Ergebnis die Jahresprämie oder sonstige Leistungen beeinflusst.
Beispiel: Bei einem bekannten DAX-Unternehmen beeinflusst das Ergebnis der Befragung die auszuschüttende Jahresprämie. Und welcher Mitarbeiter will sich schon selbst schaden? Demzufolge kommt immer ein gutes Ergebnis heraus. Alle sind scheinbar glücklich und zufrieden. Der Aufsichtsrat und die Aktienbesitzer glauben, dass alles bestens ist. (Jedoch weiß niemand, wie das Befinden der Mitarbeiter wirklich ist. (Lediglich einige Burn-out geschädigte weisen vereinzelt auf Missstände hin.)

7. Kein Vergleich zwischen Führungskräften und Mitarbeitern
Oftmals werden die Angaben von Führungskräften und Mitarbeitern zusammen ausgewertet.
Dadurch entgehen Ihnen wichtige Erkenntnisse. Sie können dann aus dem Ergebnis nicht ersehen, wo und inwiefern die Meinungen von den Führungskräften von denen der Mitarbeiter abweichen. Zudem erhalten oft beide Gruppen bei allen Punten dieselben Fragestellungen. Es wäre sinnvoll, auch ein paar gegensätzliche Fragen zu stellen, um noch gezieltere Ergebnisse zu bekommen.

8. Es vergeht zu viel Zeit mit der Rückmeldung des Ergebnisses
Wer an einer Befragung teilnimmt, ist verständlicherweise neugierig, welches Ergebnis dabei herausgekommen ist. Deshalb sollte das Ergebnis oder zumindest eine Grobanalyse innerhalb von 48 Stunden erfolgen.

9. Mangelnde oder keine transparente Ergebnisinformation
Mitarbeiter wollen kurz und prägnant über das Ergebnis der Umfrage informiert werden. Sie verabscheuen es, wenn Sie mit Datenmüll überschüttet werden. Wenn keine adäquate Information über das Ergebnis kommt, fühlen sie sich übergangen und sogar veräppelt, da ihre Meinung nicht anerkannt bzw. gewürdigt wird.

10. Nach der Umfrage passiert nichts
Mitarbeiter erwarten nicht, dass von heute auf morgen alles in Ordnung ist. Sie wollen lediglich sehen , dass man zumindest beginnt, bei Bedarf Optimierungen vorzunehmen, wo Missstände aufgezeigt wurden.

11. Mangelnde Anerkennung und Wertschätzung bei einem positiven Ergebnis.
Enttäuschung und Missmut kommt auch dann auf, wenn positive Ergebnisse nicht gewürdigt werden. Mitarbeiter schätzen es erfahrungsgemäß, auch öffentlich (z.B. über Medien) für erbrachte Leistungen gewürdigt zu werden. Das erhöht die Loyalität, da sie stolz sind, bei dieser Firma zu arbeiten. Als Unternehmen können Sie zudem mit Veröffentlichungen Employer Branding betreiben.

12. Schlussbetrachtung
Wenn Sie gar keine Mitarbeiterbefragung machen, können Sie keinen dieser Fehler machen. Sie vergeben sich jedoch auch die Chance, eine aussagekräftige Evaluation über den Status Quo von Stärken und Schwächen in Ihrem Unternehmen zu erhalten.

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